Geschichte


Das frisch verheiratete Goldschmiede- und Schmuckdesigner-Paar Sylvie und Caesar v. Spreckelsen eröffnete gemeinsam das damals noch benannte „Cherubin“, heute „Spreckelsen Fine Jewelry“, Atelier am Mühlenkamp im Jahr 1994. Die beiden sind mit ausgefallenen und besonderen Kollektionen in den 90er-Jahren gemeinsam durchgestartet. Diese wurden von beiden mit viel Liebe im Atelier zusammen mit ihren Mitarbeitern geschmiedet. Sie haben schon damals als Künstler ihrer Zeit hervorgestochen – zu ihren Kunden gehörten unter anderem auch berühmte Künstler wie Lou Reed, Madonna und Plácido Domingo.

Caesar v. Spreckelsen

Nachdem Caesar (geb. 21.08.1957) voller Faszination für die Mayakultur von seiner Mexiko-Reise zurückkam, verfestigte sich beim 23-Jährigen seine Begeisterung für Schmuck. Er begann eine klassische Goldschmiedeausbildung in Pforzheim. Im Jahr 1985 entwarf Caesar gemeinsam mit einem Freund (Frank Lücht) dekorative Schmuckaccessoires für Wolfgang Joop. Die beiden wollten sich dann aber, wie viele junge Talente, selbst verwirklichen und künstlerisch ausleben und gründeten 1988 die Schmuckfirma Cherubin. Damals befand sich Cherubin in einem Atelier an der Eppendorfer Baum.

Sylvie Spreckelsen, die kurz zuvor ihr Design-Studium in London beendet hatte, mietete in der Cherubin-Werkstatt einen Werkplatz und lernte so Caesar kennen. 1991 folgte die Hochzeit – „der Goldjunge und das Perlenmädchen“, nannte man die beiden (Welt, 1991). Kurz nach der Eröffnung des neuen Showrooms am Mühlenkamp im Jahr 1999, kam die gemeinsame Tochter Johanna zur Welt.

Caesar war als künstlerisches Genie bekannt – er hatte eine wahnsinnige Kreativität, die er unter anderem in seinem Schmuck ausdrückte, aber auch in Skulpturen oder Bildern. Alles, was er mit seinen geschickten Händen anfasste, konnte er in ein Kunststück verwandeln. Seine Kreativität war grenzenlos – er entwarf Schmuck, als wäre er für die griechischen Götter oder Königinnen aus Märchen geschaffen – die Leute waren begeistert. Mit einer Leichtigkeit und wie aus dem Ärmel geschüttelt, konnte er vor ihnen beim „einfachen Lunch“ ihre Wünsche und Träume in Designs umsetzen.

Er entwarf Drachenarmreifen, die sich stilvoll um den Arm wanden, Ringe mit Runen und versteckten Symboliken oder elegant schreitenden Tigern, Colliers mit Saphiren, Rubinen und Smaragden, Manschettenknöpfe mit Löwenköpfen und mehr. In der Cherubin-Kollektion erkennt man die Inspiration aus alten Mythen und Kulturen und deren Fabelwesen, Naturformen und deren Elementen, der maurischen Baukunst, gotischer Kunst und Ornamenten.

Sylvie v. Spreckelsen

Sylvie (geb. 25.01.1963) war eine Kämpferin und eine richtige Businessfrau. Nach dem Tod von Caesar (2000) führte sie den gemeinsamen Laden mit großer Passion weiter und erhielt das Lebenswerk von beiden, schuf aber auch ihre ganz eigene Linie und ihren Stil. Sie änderte den Namen von „Cherubin“ zu „Spreckelsen Fine Jewelry“ und kreierte feineren, mehr zurückhaltenden Schmuck, der für Frauen wie sie gedacht war – für den Alltag, aber auch mit feinen Brillanten, die die Alltagsgarderobe zum Funkeln bringen sollten. Sie begeisterte mit der Snakeskin-Kollektion, die mit ihrer matten, zierlichen Schlangenhaut-Oberflächenstruktur und den bedacht gesetzten weißen Brillanten im Schlangenmuster gleichzeitig elegant, aber auch dezent und lässig wirkt – genau das war ihr Ansatzpunkt

Sie selbst sagte:
„Schmuck hat seine größte Wirkung, wenn er das Wesen seiner Trägerin unterstreicht. Mit diesem Ziel kreieren wir unsere Kollektionen. Weich und fließend sind die Formen der Ringe, Ohrringe und Ketten aus 18-karätigem mattem Rosé- und Weißgold, die der Haut besonders schmeicheln. Ob für den Tag oder den Abend – die Kollektionen sind zeitlos tragbar und lassen sich auch untereinander kombinieren. Für Frauen, die es lässig und unkompliziert mögen.“

Ihr nächstes Markenzeichen waren die „Ringtürme“. Zu jeder Kollektion wurde ein Classic-Ring kreiert, der mit der Höhe und Breite perfekt in den Ringturm in Kombination mit Eternity-Ringen passt.

Für Männer entwarf sie eine Bandbreite verschiedener Manschettenknöpfe – von klassischen, zeitlosen Stücken bis zu ausgefalleneren Designs, passend zu den Oberflächenstrukturen der anderen Kollektionen, wie den Snakeskin- und Africa-Manschettenknöpfen.

Johanna v. Spreckelsen

Johanna (geb. 21.09.1999) hat die Goldschmiede nach dem Verlust ihrer Mutter im November 2021 übernommen. Die Übernahme fand durch den plötzlichen Verlust etwas früher als erwartet statt, aber es hat sich alles gefügt.
Schon seit ihrer Kindheit war sie von dem Beruf ihrer Eltern geprägt. Sie malte und bastelte viel, töpferte, las viele Bücher über die Welten der Edelsteine und besaß durch ihre Mutter diverse Edelsteinsammlungen von Vulkan-Drusen, Amethysten und Bergkristallen, die im Setzkasten über ihrem Bett einen Platz fanden. Im Internat (Louisenlund) bekam sie dann einen eigenen Pfeilnagel und eine Säge, um für ihre Paten und Familie Weihnachtsgeschenke zu basteln.


„Besonders schön in Erinnerung habe ich die Reisen mit meiner Mutter – Reisen, um Inspirationen zu sammeln. Die Kunstmuseen standen bei jedem Städtetrip als erstes auf der Liste, Reisen nach Italien auf Schmuckmessen oder zu Steinhändlern.“

Johanna fing direkt nach ihrem Bachelor of Science in Umweltwissenschaften im September 2021 in der Manufaktur an und brachte im November 2022 ihre erste Kollektion heraus: die Phoenix-Kollektion.

„Der Phönix ist so ein schönes Symbol für Stärke, Hoffnung und Leichtigkeit. Er symbolisiert für mich den Kreislauf des Lebens – ein Phönix aus der Asche. Alte Energien bleiben im Positiven bestehen und neue stehen mit Schwung und Leichtigkeit auf.“

2024 folgte dann in Idar-Oberstein bei der Deutschen Gemmologischen Gesellschaft eine Fortbildung in Diamantkunde zur Qualitätsbestimmung und Bewertung von Diamanten. Im Herbst 2024 feierte Johanna das 30-jährige Spreckelsen Fine Jewelry Jubiläum und das Lebenswerk ihrer Eltern.